Weihnachten, das Fest der Liebe - und der geburtenstarke September

Weihnachten, das Fest der Liebe - und der geburtenstarke September

Neun Monate nach Weihnachten - also im September - werden besonders viele Geburten registriert. Ein Mythos?

Ist die Zeit der Muße, der Sentimentalität, der Gemütlichkeit, der Freizeit oder der dunklen Jahreszeit mit Kerzenschein - trotz Möglichkeiten der Familienplanung - dafür verantwortlich? Oder ist das ein schöner Mythos?

Als ob man sich extra in den Weihnachts-Tsunami stürzt, sich streitet und den Familien-Burnout herbeikitzelt - umso, kurz vor dem familiären Exodus, das Fallen-lassen in das gesättigte Wohlfühl-Nichts zu intensivieren. Quasi eine gedankliche Weihnachtsvariante der Muskelentspannung nach Jacobsen, indem wir durch Anspannung zur Entspannung gelangen. Und dann lieben wir uns.

Gut, das klappt letztendlich nicht immer, trotzdem gibt es eine deutliche Tendenz zur Entspannungsprovokation. Wirkt diese weihnachtliche Entspannungsmethode vielleicht nur kurzfristig, so lassen sich langfristig dennoch Nachwehen registrieren: Im September werden viele Babys geboren; und tatsächlich vermehrt bei christlichen und weniger bei jüdischen und muslimischen Frauen.

Aber im Juli und August ist die Geburtenrate ähnlich hoch!

Tatsächlich gilt in Europa der Juli als der geburtenstärkste Monat.

Warum dem so ist, weiß man nicht genau. Eine saisonal höhere Fruchtbarkeit gibt es zumindest nicht. Im weltweiten Vergleich zeigt sich eher ein Zusammenhang mit den Jahreszeiten: Wird es kalt, werden Babys gezeugt. Wird es warm, werden Babys geboren. Biologisch macht das Sinn.

Bis zu den 50er Jahren konnte man in Europa unterstellen, dass die eingebrachte Ernte und die dunkle Jahreszeit die Zukunftsplanung beeinflussten und daher die meisten Babys im Frühjahr zur Welt kamen.

Aber heute? Heutige Familienplanung ermöglicht doch eigentlich, den Zeitpunkt der Familiengründung frei zu bestimmen. Gibt es also soziale oder kulturelle Gründe, eine Geburt für Juli, August und September zu planen? Nicht glaubhaft.

Letztendlich zeigt sich: Babys sind nicht wirklich planbar. Und auch Weihnachten, Stromausfälle, das Sommermärchen 2006, das Oktoberfest oder der Kölner Karneval sind statistisch keine nachweisbaren Geburtenförderer, auch wenn das gerne so vermittelt wird. Es wäre auch zu schön. Aber der Glaube bewirkt Wunder, belassen wir es doch dabei. Frohe Weihnachten!

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