Verhütung

Aus dem "Deutschen Verhütungsmuseum" wurde das "LIEBES LEBEN MUSEUM"

Als vor zwei Jahren der Bunker für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde, stand eine gelungene Kunstausstellung im Mittelpunkt der Betrachtung: Die SoestART 2014. Den Be­suchern war bekannt, dass in diesen Räumen auch ein Verhütungsmuseum entstehen soll.
Während die Frauen die Gelegenheit nutzten, interessierte Fragen zum geplanten Museum zu stellen, waren die Männer oftmals eher skeptisch: "So viele Räume? Das Thema Verhütung passt doch in ein Zimmer."

Frauenverantwortung?

Es sind zumeist die Frauen, die die konkrete Verantwortung übernehmen. Schon in sehr jungen Jahren überwinden sie Ihre Scheu und besuchen eine Frauenarztpraxis. Über Jahrzehnte messen Sie Fieber, lassen sich regelmäßig untersuchen, hochtechnische Implantate einpflanzen, schlucken Pillen, nehmen Schmerzen und Nebenwirkungen in Kauf.

Frauen haben durch die Möglichkeiten der Verhütung den größeren Nutzen. Ein Kind zu bekommen, stellt das Leben einer Frau immer noch sehr viel stärker auf den Kopf, als dies bei den Vätern der Fall ist. Die  Bereitschaft zur aktiven Verhütung ist daher wohl größer.

Emanzipation

Die Verhütung hat den Menschen mehr sexuelle Freiheit und den Frauen nie dagewesene Möglich­keiten geschenkt: Ein höherer Schulabschluss, eine Ausbildung, ein Studium, eine langjährige wissenschaftliche Arbeit, eine berufliche Karriere ... All das ließe sich mit bis zu 16 Kindern, die Frauen noch fast bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts zur Welt brachten, nicht vereinen.

Heute spielen Frauen in allen gesellschaftlichen Bereichen mit. Emanzipation ist eine immer stärker werdende Selbstverständ­lichkeit. Das Leben ist selbstbestimmter; radikale Methoden und unsichere Liebeskiller gehören der Vergangenheit an.

Ein Museum, dass das Thema Verhütung umfassend aufnimmt, die Historie, die Biologie, die Medizin und  die Vielschichtigkeit der persönlichen und gesellschaftlichen Auswirkungen darstellt, wird vielleicht die ein oder andere Informationslücke schlie­ßen und zu noch mehr Offenheit beitragen.

Beate Uhse

Die ursprüngliche Stuntpilotin Beate Uhse ist heute vor allem als Unternehmerin bekannt. Insbesondere tat sie als Aufklärerin vielen Frauen der Nachkriegszeit einen Gefallen, indem sie die Knaus-Ogino-Methode aufschrieb und verteilte.

Während Beate Uhse 1946 diese wenig bekannten Informationen zur Verhütung unter dem anonymen Titel Schrift X veröffentlichte und 32.000-mal verkaufte, ist Verhütung heute inzwischen völlig selbstverständlich und wenig diskutiert.